Home > Tagebuch > Eine neue Kultur > Mittendrin bei Shembe – Fotoblog

    Millionen von Menschen im Zululand sind Shembe, also Anhänger einer afrikanisch-christlichen Religion. Einmal im Jahr feiern sie eine beeindruckende Zeremonie.

    Die 24-jährige Nanny unseres Sohns hat ein paar Eigenheiten. Sie isst kein Schweinefleisch, trinkt keinen Alkohol und darf von Freitag- bis Samstagabend keinen Herd benutzen. Sie hat kürzlich bei ihrer Hochzeit die Ahnen gewechselt und akzeptiert Polygamie, auch wenn sie bislang die Einzige für ihren Mann bleibt. Ihre Traditionen basieren auf dem Glauben, in den sie tief verwurzelt ist: Sie ist Anhängerin der Nazareth Baptist Church, die von einem Herrn namens Isaiah Shembe im Jahr 1910 gegründet wurde. Viele der Elemente sind christlich, andere jüdisch, einige traditionell afrikanisch – ein Mix, der für mehr als vier Millionen Gläubige funktioniert. Die meisten von ihnen leben im Zululand. Entscheidend für viele ist: Als Shembe wahren sie ihre kulturelle Identität, ohne westlichen Regeln folgen zu müssen.

    Shembe is the way

    Autos in und um Eshowe tragen oft Aufkleber mit der Botschaft Shembe is the way„. Das Zentrum der Gemeinschaft liegt ganz in der Nähe: Einmal im Jahr feiern die Shembe gut zwei Wochen lang eine Zeremonie, zu der zehntausende Menschen in unser Nachbardorf Judea strömen. Über Nacht verwandelt sich der winzige Ort zu einem religiösen Zentrum. Tausende Menschen campen auf den umliegenden Feldern oder schlafen in Autos, Bussen oder bei Verwandten in der Nähe.  Zum Höhepunkt der Festlichkeiten mit Tänzen, Aufführungen und Gesang haben wir einen Vormittag lang vorbeigeschaut – als einzige mlungus  (=Weißnasen) inmitten von mehr als 30.000 schwarzen Gläubigen. Schuhe waren nicht erlaubt, wir mussten barfuß unterwegs sein. Dafür gab es Fotomotive ohne Ende…

     

    Text & Fotos: fuexxe

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